In einen kurzlichen gegebenen Interview mit der SportBILD gab Marsch an, dass es ihn in der Saison “nicht um die Qualifikation für die Champions League gehe”. Sein Ziel sei es, mit der Mannschaft in Zukunft Titel zu holen.

Eine Aussage, die wieder für Furore sorgt in der RB-Community. Es ist nicht das erste mal, dass Marsch in einen Interview Aussagen trifft, die bei den ein oder anderen Fan einen faden Beigeschmack hinterlässt: So sagte Marsch u.a. nach den 1:4 gegen die Bayern, dass man “für solche Spiele noch nicht bereit sei“. Auch die Aussage nach den Brügge Spiel, dass er nur noch auf einen Teil der Mannschaft setzen wolle, kam bei den meisten Fans überhaupt nicht gut an.

Zugegeben, die Aussagen sind allesamt nicht ideal gewählt und man ist bei RB solche Äußerungen nicht so wirklich gewohnt. Dass es auch in der Vergangenheit nicht immer rosig zuging, zeigen einige Beispiele. So ging es letztes Jahr um die Causa “Nagelsmann-Angelino”, der ihn nach diversen Social-Media Äußerungen und Bermerkungen nicht mehr spielen lassen hat. Oder die Sache mit Augustin und Mukiele, die unter Rangnick nach diversen Aktionen aus den Kader gestrichen wurden. Auch das Aus von Hasenhüttl, der nicht ohne Vertragsverlängerung in die Saison gehen wollte, war alles andere als freundlich abgelaufen.

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Welche Gründe Marsch zu diesen Aussagen bewegt hat, bleibt fraglich. Jedoch ist aus meiner Sicht das ein oder andere Zitat gar nicht mal so verkehrt.

Dass es Marsch vorallem um die Spieler und deren Entwicklung geht, war von Anfang an klar. Er möchte versuchen, dass seine Spieler individuelle Lösungen finden und nicht nach “Schema-F” verfahren. Er will nicht bis in letzte Detail seinen Spieler sagen, was sie wie tun sollen.

Zwar ist Marsch schon etwas von dieser Idee wieder abgekommen und er sagte vor den Bochum-Spiel, dass er auch wieder mehr vorgeben möchte, trotzdem finde ich die Idee gut. Sollten die Spieler das verinnerlichen, ist die Spielweise unausrechenbarer und individueller. Ebenfalls ist es gut, dass er mit seinen Spielern redet und ihnen nicht einfach eine Taktik vorsetzen möchte, sondern gemeinschaftlich eine Lösung suchen.

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Marsch baut auf langfristige Ziele mit Leipzig – und so ist nicht verwunderlich, dass er auch sagte, es gehe ihn nicht um die Champions League Qualifikation. Selbstverständlich ist das eigentlich Saison-Ziel schon die Qualifikation, nur ist das nicht das “Ziel” im eigentlichen Sinne von Marsch. Er möchte auch gerne dahin, allerdings nicht auf Biegen und Brechen, sondern mit seiner Art von Fußball. Wenn Marsch mit seiner Idee erfolgreich ist, passiert die Qualifikation automatisch. So einfach ist das. Und genau darauf konzentriert er sich.

Diese Idee wird Zeit brauchen, keine Frage. Wenn dir die Jahre vorher immer ein Trainer gesagt hat: “Mach dies!” oder “Mach das!” – Dann wirst du nicht von heut’ auf morgen so flexibel spielen, wie es Marsch möchte. Ob diese Idee des Fußballes wirklich die bessere und auch schlussendlich erfolgreichere Idee ist, bleibt abzuwarten.

Eine konstruktive Kritik darf es selbstverständlich auch geben und muss es sogar. Wer Erfolg hat, hat auch Recht. Und diesen hat Marsch halt nur streckenweise.
So ist es halt im modernen Fußball gewollt, dass Trainer vieles vorgeben – auch die Offensivideen. Marsch wird zwar nicht die Jungs ohne Vorbereitung nach den Motto “Ihr packt das schon” ins Rennen schicken. Aber speziell die Verteidigung und das Stellungsspiel hat noch Verbesserungsbedarf. Wie konkret das aussieht, müssen andere entscheiden – dafür bin ich (und die meisten Anderen) kein Trainer.

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Marsch wird seine Zeit in Leipzig bekommen – ob das vielen Gefällt oder nicht. Viel zu groß wäre auch das Eingeständnis von Mintzlaff und co., dass man sich vielleicht doch den falschen Kandidaten gesucht hat. Die (hoffentlich bald) kommende Installation eines Sportdirektors könnte Marsch ebenfalls entgegen kommen. So kann er entspannt arbeiten und sich auf seine Mannschaft konzentrieren.

Persönlich glaube ich an Marsch. Wenn die Mannschaft seine Taktik annimmt, er die Ruhe bekommt und die Ergebnisse in der Liga stimmen, wird das Umfeld auch Zufrieden sein. Schwierig wird es nur dann, wenn die Ergebnisse aus bleiben. Dann werden die Unruhen auch innerhalb des Teams größer, die selbstverständlich die ganze Causa und Berichterstattungen mitbekommen.

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Amphino

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