Zum Spieltag wieder eine “kleine” Gegneranalyse von Joshua.

Ein paar Worte zum letzten Spiel RB Leipzig vs. Frankfurt

Kurz gesagt sind es zwei sehr unnötig verschenkte Punkte mit einer grausamen Chancenverwertung. Aber natürlich sind es auch taktische Sachen, vor allem halt welche die eigentlich jetzt schon öfters angesprochen worden sind.

1. Mir ist aufgefallen, dass wir wieder einmal fast keine abgeschlossen Dribblings hatten, obwohl das so ein gutes Mittel sein kann.

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2.Auch wieder einmal war es so, dass wir fast keine Flanken in den Strafraum geschlagen haben. Klar war es der Plan, dass die Außenverteidiger sehr tief stehen (und auch immer wieder dann die Sechser auf die Außen gehen das gibt dir dann sehr viele Vorteile…) Trotzdem müssen einfach mehr Flanken kommen bei einem Stürmer wie Silva. Auch mal vielleicht mit einer Halbraum-Flanke wie Köln bei Köln vs. Dortmund.

3. Die Restverteidigung hat noch nicht richtig funktioniert. Damit hat man Frankfurt die Chance gegeben zu kontern. Wir standen nicht kompakt genug.

4. Zu wenig hohes Pressing gegen müde Frankfurter (natürlich auch der nicht so guten Restverteidigung geschuldet). Und natürlich auch die grausame Chancenverwertung sind Gründe für das 0:0.

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5. Beim Umschaltspiel nicht konsequent genug gewesen und in der Entscheidungsfindung nicht sehr schlau gewesen.

Meine erwarteten Aufstellungen beider Mannschaften

Erwartete Aufstellung von RB

Meine erwartete Aufstellung von Dortmund.

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Aber Dortmund kann sehr viele verschiedene Systeme spielen haben diese Saison schon zwischen 3-4-3, 4-2-3-1, 4-3-1-2, 3-3-3-1 und sogar mal mit einer Raute im Mittelfeld gespielt (was aber komplett gescheitert ist). In den letzten Spielen ist Dortmund meistens in der Grundordnung in einem 4-3-3 aufgetreten. Beispiele: Ohne Haaland

Was Dortmund alles gut und schlecht macht und was für besondere Taktiken sie entwickelt haben, um Gegner zu besiegen:

1. Dortmund hat Probleme, wenn die Abspielmöglichkeiten im Aufbauspiel gut zugestellt werden, und situativ gut drauf gepresst wird, vor allem bei der 2:3 Niederlage gegen Bayern hat man das gesehen. Ein Beispiel: Das Beispiel ist bei einer Grundordnung von einem 4-2-3-1 entstanden.

2. In der Restverteidigung ist das Stichwort alle für einen. Wenn Dortmund den Ball egal wo verliert rennen sie alle wie die Wilden zurück, um den Konter zu unterbinden, da gibt es natürlich dann auch Schlüsselspieler für das Abfangen von Kontern, in der Regel ist das der Sechser und ein IV (meistens Akanji). Auch hier wieder ein Beispiel: Das Beispiel ist bei einer Grundordnung von einem 4-3-3 entstanden.


3. Dortmund will das Spiel durch die Mitte gestalten, haben ein sehr gutes vertikales Passspiel um schnell aus dem Mittelfeld einen Pass auf die Außen zu spielen.
Damit will Dortmund das Spiel dann auf diese Seite verschieben und die Seite überladen, um dann mit schnellen Pässen wieder auf die andere Seite zu kommen (Seitenverlagerung) oder ein langer Ball in die Spitze. Wie in diesem Beispiel: Bellingham merkt, dass Davies nicht richtig an Brandt dran ist und spielt einen genialen Pass auf Brandt. Das Grundsystem war ein 4-2-3-1.

4. Dortmund spielt im Mittelfeld eine sogenannte “Diamanten Raute” das ermöglicht dir in der Offensive vom Mittelfeld bis in den Sturm ein schnelles one-touch-Spiel zu spielen und ein sehr gutes Umschaltspiel zu haben. Bei Ballverlusten des Gegners im Mittelfeld kann sehr leicht schnell umgeschaltet werden. Defensiv bringt es dir Überzahl, Möglichkeiten schnelle Ballgewinne in der Defensive usw. Aber wenn das Mittelfeld einmal bei Dortmund überspielt ist welches sich je nach System ändert und je nach Spielstil vom Gegner, dann werden viele Lücken frei und die Abwehr von Dortmund ist ja bekanntlich nicht die Beste. Bayern hat das im Supercup geschafft und damit das Spiel gewonnen. Ich muss aber sagen das die “Diamanten Raute” mittlerweile nicht mehr so arg gespielt wird von Dortmund – so kommt es mir vor – aber leider habe ich dazu nicht das Bildmaterial, was aber die Bundesligaclubs haben. Trotzdem mal zwei Beispiele dazu:



5. Mittlerweile ist ihr Mittelfeld viel flexibler. Ein Zwei Beispiele dazu: Im Dortmunder Spiel verändert sich das Mittelfeld sehr oft. Das ist echt beeindruckend.

6. Der Freigeist Marco Reus, er bewegt sich vor allem wenn er auf der Zehn spielt. Überall mal, auf dem Flügel, aber am meisten als zweiter Stürmer. Vor allem im 4-2-3-1 funktioniert er als zweiter Stürmer. Bringt damit Überzahlmöglichkeiten und viel mehr Variabilität in das Spiel.

7. Im 4-2-3-1 spielt in der Regel Bellingham als linker Flügel, zieht aber die meiste Zeit in die Mitte, um nicht gegen eine Dreierkette in Unterzahl aus der Offensive zu kommen. Guerreiro (wenn er fit ist) nimmt dann wie bei Deutschland die gleiche Rolle wie Raum ein. Ein Beispiel dazu im 4-2-3-1 System:

8. Die Konzentration vor allem in der Defensive lässt mit der Zeit beim BVB nach, dummes Stellungsspiel in der Defensive und dumme Fehlpässe im Mittelfeld, so wie das Zweikampfverhalten etc. Ein Beispiel: Das kann dann natürlich ein Nkunku perfekt ausnutzen.

9. Im letzten Spiel gegen Köln war eines der Mittel, dass man lange Bälle, meistens von Bellingham, in den Laufweg der Flügel oder dem Stürmer (Haaland) gespielt hat. Oft sind diese in die Schnittstellen zwischen den beiden Außenverteidiger und zwischen die beiden IV gestochen, vor allem Haaland hat perfekt die Schnittstellen gesucht. Ein Beispiel: Auch hier wieder, wie schon in Beispiel 3, das Verlagern auf eine Seite und dann ein genialer Pass von Bellingham. Kommt mir vor allem in dem Spiel schon fast wie im Training geübt aus.

10. Das Nachrücken auf den zweiten Ball ist schon richtig gut von Dortmund. Und auch die Box Präsenz im gegnerischen Strafraum ist meistens gut. Ein Beispiel:

Was wäre mein Matchplan für das Spiel, wenn ich Tedesco wäre?

1. Wenn du Dortmund das Zentrum wegnimmst, dann nimmst du ihnen das Herz weg. Dafür gibt es ein paar Ansätze, ich könnte das jetzt auch mit einer Taktiktafel und den genauen Bewegungen der Spieler erklären, wie du Vorteile bekommst etc. Aber ich halte mich hier jetzt ein bisschen kürzer. Wer Lust hat kann sich mal

https://youtu.be/yxwiSv5mnBY

oder

https://youtu.be/FbXXbJfP0ig

ansehen.

Meine Aufstellung ist deswegen gegen den Ball diese hier:

Dortmund kann allerdings auch Dreierkette spielen, dann verlagert sich das Spiel wahrscheinlich automatisch mehr auf die Flügel. Dann sollte man auch automatisch höher pressen (mit Olmo), sollte aber nicht vergessen immer den Sechser zu stellen, weil wenn man ihn zugestellt hat, dann hat Dortmund immer wieder Probleme bei der Spieleröffnung und muss einen langen Ball spielen. Das würde ich dann auch nochmal trainieren, wie man lange Bälle am besten verteidigt. Beispiel: Müller ist die ganze Zeit beim Spielaufbau bei Dahoud geblieben Bayern hat ihn sogar oft gedoppelt.

2. Umso höher man presst und die Abspielmöglichkeiten zugestellt hat, umso mehr Probleme haben sie. Wenn das aber mal schief gehen sollte, muss die Restverteidigung funktionieren. Das hat ja noch nicht so gut funktioniert gegen Frankfurt.

Fazit: Wird ein sehr schwieriges Spiel. Aber welches Spiel ist nicht schwierig in der Buli. Mein Tipp ist ein 2:2.

Autor

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Ron_Chitis

Ron_Chitis

philanthropischer Misanthrop mit einer gewissen Neigung zum einzig wahren Rasenballsport

1 Kommentar

Analyse zu RB Leipzig vs. Atalanta Bergamo von Joshua - Mein Rasenballsport · 8. April 2022 um 14:18

[…] Dortmunds Herz ist das Mittelfeld. Das hatte ich in der letzten Taktikanalyse geschrieben, und genau deswegen wollte man das Zentrum mit einem tiefer gestaffelten Olmo […]

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